Material- und Mediencollagen bilden den zentralen Antrieb meiner künstlerischen Praxis. Sie sind nicht als additive Kompositionen zu verstehen, sondern als ein simultanes Gefüge, in dem Vielschichtigkeit und Gleichzeitigkeit eine grundlegende Rolle spielen.
Durch den Einsatz digitaler Technologien verschmelzen plastische Papier-Bildobjekte mit Naturfotografie, abstrakter Malerei und Zeichnung zu einer neuen, eigenständigen Bildrealität. Die verschiedenen medialen Ebenen treten durch Schichtungen und Überlagerungen in einen dialogischen Prozess, in dem sie sich wechselseitig durchdringen, kommentieren und transformieren.
Diese strukturellen Verflechtungen erzeugen eine visuelle wie konzeptionelle Dynamik, in der nicht nur unterschiedliche Ausdrucksformen aufeinandertreffen, sondern auch eine neue Dimension von Wahrnehmung und Bedeutung entsteht. Die Bildräume sind nicht bloße Summe ihrer Teile, sondern artikulieren sich als energetische Verbindungen, die über das dokumentarische oder illustrative Abbild hinausgehen. Sie offenbaren nicht eine einzige Wahrheit, sondern eröffnen Möglichkeitsräume für Mehrdeutigkeit, Resonanz und Erkenntnis.
EXHIBITION
Biennale Artbox Expo in Venedig
Öffnungszeiten 1. bis 31.Mai 2022
Dienstag - Samstag: 11:00 - 19:00 Uhr
Tana Artspace
Fondamenta de la Tana 2109 A, Venedig/ Italien
BRANCH OUT
Charakteristisch für einen Baum ist das Auftreten von Verzweigungen. Es gibt jedoch keine typischen Raumpunkte, an denen Verzweigungen auftreten müssen. An welcher Stelle sich ein Ast verzweigt, scheint dem Zufall überlassen zu sein. Die Architektur eines Baumes entsteht aus den Schritten der Entwicklung, die die vorhandenen Freiräume nutzt, um zur letztendlichen Gestalt zu kommen. Aus der Farbmasse wachsen wilde Verästelungen, Verzweigungen und Verflechtungen.
Werden und Vergehen mit all den Phasen, wie Entwicklung, Störung, Aktivität, Abbau und Latenz, machen den Baum zu einer eindrucksvollen Metapher für alle Lebenszyklen. Er gilt als Ort der Sehnsucht und der Kontemplation.
KUNSTORT MÜNSTERLAND 2021 – VIELFALT IM STRUKTURWANDEL
Im Inneren des skelettierten Gebäudes liegen dessen Fragmente, geordnet nach Material und ursprünglicher Bestimmung, in einer Unzahl, in Haufen und Bergen, zur Entsorgung geschichtet.
Von der früheren strengen Ordnung zum Chaos entwickeln diese baustofflichen Überreste, Bruchstücke und Relikte einer vergangenen Zeit, durch Ihr Erscheinen in der Menge, in der vielfachen ungeordneten Überlagerung, die räumliche Illusion einer Art bühnenhaften Inszenierung. Der Abbruch ermöglicht temporär die Entstehung eines gänzlich neuen und vergänglichen Gebildes, Gefüges. Die metaphorische Wirkung dieser temporären Formation und der darin verborgene vielschichtige Symbolismus in Bezug auf große geschichtliche Herausforderungen, hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck in einer sich verändernden Welt.